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durch : blick
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Wenn es eine wohltuende Konstante gibt, die sich durch mein Leben zieht, dann ist es das Bedürfnis etwas mit den Händen zu tun und die Freude daran. Auch bin ich eine leidenschaftliche Sammlerin  – vieles findet den Weg zu mir. Steine, Holz, Papier, Metall, Stoff, die auch ab und zu in meinen Werken Verwendung finden. Und ich liebe es in der Natur unterwegs zu sein und Augenblicke mit meiner Kamera festzuhalten. Mein Fokus liegt sowohl beim Sammeln von Augenblicken als auch von Gegenständen bei alltäglichen Dingen, die uns umgeben und denen wir oft zu wenig Beachtung schenken.Vor drei Jahren hatte ich das große Glück einen Raum – ein Atelier gefunden zu haben, in dem ich arbeiten und Kurse geben kann.

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Ruhe und Stille – das Alleinsein ermöglicht es mir, in mich zu gehen und Erlebtes und Empfundenes zu etwas Neuem zu entwickeln. Weder Farben noch andere Dinge wegräumen zu müssen, gibt mir die Freiheit an mehreren Projekten gleichzeitig arbeiten zu können. Inspiration aus der Unordnung und viel Raum zu finden für den Zufall ist für mich wie ,,freischwimmen“, in einem Meer von tausend Möglichkeiten.

Nachfolgend seht ihr meine Projekte an denen ich arbeite:

  • METAMORPHOSE
  • DAS IST VON PAPPE 
  • EINS PLUS EINS = EINS 
  • FROTTAGE 
  • WW-KISTCHEN ODER SEI DIE HOFNÄRRIN 
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METAMORPHOSE 

Ein besonderes Foto kann Grundlage für ein Bild sein. Umgekehrt fasziniert mich bei der Fotografie, Motive zu entdecken, die nicht sofort erkennbar sind. In der Malerei fördert ein abstraktes Foto das Sehen, die Konzentration auf Farbe und Formen, weg vom Gegenstand und gibt Möglichkeiten der individuellen Interpretationen. Diese Serie entstand in den letzten sieben Jahren. Das jeweilige Bild stellt sich malerisch dreimal anders dar.Konnte ich bei den beiden ersten Bildern nicht reflektieren, wieso sie genau so entstanden sind, ist das letzte Bild durch mehrere Faktoren beeinflusst worden. Während der Pandemie, gab es in unserem Haushalt wesentlich mehr Pakete, auch in größeren Formaten und Stärken als in den Jahren zuvor. Die Möglichkeit einfach Löcher in die Kartonagen der Pakete hineinzubohren, bot sich hier eher, als bei einer Leinwand an. Es versinnbildlicht für mich diese Zeit, hilflos gefangen in den Vorgaben des Staates. Nach außen war, musste alles ruhig sein. Aber ich glaube, es hat viel mehr mit uns gemacht, als das, was wir auf den ersten Blick erkennen können. Ich habe während des Arbeitens an dem letzten Bild gespürt, dass es in mir sehr viel Unruhe gab, die sich in der Gestaltung ihren Weg gesucht hat.

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DAS IST VON PAPPE 

Hier verwende ich ausschließlich  Pappe, Karton als Untergrund.

Acryl auf Pappe – Coco l
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EINS PLUS EINS = EINS

Auch hier spielt ein anderes Material eine Rolle: ein ganz leichter Vorhangstoff, der mir, der Sammlerin, geschenkt wurde und mich zu der Idee EINS PLUS EINS  inspirierte. Da gibt es viele Fragen, die bei der Bemalung beantwortet werden müssen. Mit welchen Farben malt man am besten auf dem Vorhang, um welche Wirkung zu erzielen – pastös oder eher durchscheinend? Mein erstes Beispiel zeigt zwei eigenständige Bilder auf verschiedenen Materialien. Nach Fertigstellung werden sie hintereinander montiert und so zu einem Bild.

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FROTTAGE 

Bei der Frottage wird die Oberflächenstruktur eines Gegenstandes oder Materials mit Kreide oder Bleistift auf ein aufgelegtes Papier übertragen. Es ist ein eigenständiges Stilmittel in der Kunst und ist in der Symbiose mit Collagen und anderen Materialien sehr verbreitet.

Vor ein paar Jahren entdeckte ich für mich die Frottage. Während eines Kurses  rutschte ich  zwei Tage ausschließlich auf dem Fußboden herum, um die Geschichten, die der Boden erzählte, unbedingt auf der Oberfläche meines Papiers einfangen zu können. In diesen zwei Tagen entstanden über 60 Frottagen. Ganz unterschiedliche Arbeiten kamen dabei heraus, einige gibt es in mix+m zu sehen. Der Zufall spielt bei dieser Methode eine große Rolle. Heutzutage kann man jedoch durch bewusstes Agieren, z.B. durch die Auswahl von buntem Papier oder Farbkreiden, nochmals neue Varianten hervorbringen und somit den Zufall ein wenig leiten. Sie können, müssen aber nicht, Basis für die Weiterentwicklung anderer Bilder sein. Je nachdem, ob die Fantasie in den durch Zufall entstandenen Bildern etwas entdeckt. 

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Unbenannt
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WW-KISTCHEN ODER SEI DIE HOFNÄRRIN
Für meine Freundinnen und Frauen des Jahrgangs 1935 plus, plus

Zu der Funktion des Hofnarren: „…dessen Aufgabe nicht primär die Belustigung des Hofes war, sondern auch die Provokation und Irritation. Seine Stellung außerhalb der am Hofe geltenden Normen erlaubte ihm Narrenfreiheit und machte den Hofnarren so zu einer Institution zuverlässiger Kritik“ (Wikipedia).

Das Erreichen eines höheren Lebensalters war bei uns Frauen in der Evolution nicht vorgesehen. Dies hat mir mein Hausarzt erklärt. Und ich finde auch die Bezeichnungen wie Wechseljahre oder Menopause selbstredend (Wer überlegt sich eigentlich solche Wörter?) Für mich impliziert zumindest das Wort Pause diesbezüglich nichts Positives. Aus den kleinen Sandkörnchen, die am Anfang der Wechseljahre in das fein justierte Rädchen der Hormone gestreut werden, werden im Laufe der Zeit immer größere Steine, die uns so weit verändern, dass wir uns manchmal selbst nicht mehr erkennen.

Kommt es nur MIR so vor, dass es sich wie ein Wechsel vom richtigen Leben zu einem, zumindest dem Gefühl nach, falschen Leben anfühlt und irgendwie auch noch im falschen Körper?

Schlafstörungen, Gewichtszunahme, Hitzewallungen, Gelenkbeschwerden, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Libidoverlust, Wortfindungsstörungen ect.pp. Ist Frau dann irgendwann dahinter gekommen, dass ihre Beschwerden tatsächlich mit dem allmählichen Verschwinden einiger Hormone zusammenhängen und fragt sie beim Gynäkologen nach, wie lang dieser Zustand andauern wird, bekommt sie  die erschütternde Antwort, das könne bis zu 10–15 Jahre dauern! – Puh, das ist lang und bewahrheitet sich dann leider für einige Frauen tatsächlich als Pause bis zum Ableben.

Aus meiner Verzweiflung heraus kam ich auf die Idee mit den Kistchen. Ich fühlte mich von Anfang an allein gelassen und auch im Laufe der Jahre wurden von Fachleuten wenig adäquate Lösungen für meine bis heute andauernden Probleme angeboten. Je mehr ich mich jedoch öffnete und mit Frauen darüber sprach, merkte ich, dass ich mit dieser Problematik nicht allein war.

Das kleine Kistchen wird unsere Probleme nicht lösen, aber birgt eine Möglichkeit etwas deutlich zu machen, worüber ungern geredet wird.

In diesem Sinne, sei die Hofnärrin, denn

KUNST  VERBINDET, MACHT DEUTLICH UND BEFREIT 

@ Freundinnen und Frauen: Füllt den kleinen Raum
mit allem, was euch in eurer jetzigen oder bereits vergangenen Lebensphase in den Sinn kommt und am Herzen liegt. Das kann natürlich auch etwas  Positives sein.
Wer sich als Besucherin meiner Webseite von diesem Projekt angesprochen fühlt und Lust hat daran teilzunehmen, bekommt von mir gegen einen Unkostenbeitrag von 10 Euro ein Kistchen zugeschickt. Somit bekommt jede Interessentin die Möglichkeit sich visuell zu dieser Phase in ihrem Leben zu äußern und ist damit Teil einer Ausstellung im Jahr 2025.

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Monica Stencl - JUST A MO PHOTO  
Augenblicke mit der Kamera: justamophoto.com